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Erstaunliches aus dem Saxfährer Sielzug

Viele, viele Gespräche sind geführt und unzählige Zeitungsartikel veröffentlicht worden, seitdem die Lokale Agenda 21 Koldenbüttel und der Kreisanglerverband NF den fischschutzgerechten Umbau des Schöpfwerkes Saxfähre initiiert haben. Nachdem es wochenlang so aussah, als könnte die Baumaßnahme in Koldenbüttel nun starten, haben neuerliche gerichtliche Entscheidungen zur Schließung des Hafens Friedrichskoog das so greifbare Ziel des fischgerechten Umbaus erst einmal in die Ferne gerückt.
Trotzdem zeigte das Referenzfischen mit dem Fischereibiologen Martin Purps am Großen Sielzug, dass sich ein Umbau des Schöpfwerkes durchaus lohnen würde. Martin Purps wurde bei diesem Fischen assistiert von Hermann Franke und Stefan Thieme vom LLUR, die zusammen mit unserem Gewässerwart Bernd Stuck das E-Fischteam bildeten. Sielverbandschef Peter Sattler verfolgte das Geschehen an seinem Sielzug genauso interessiert wie Werner Marxen und Stefan Schrader vom LKN. Der Landesbetrieb Küstenschutz ist es übrigens, der Regie beim Umbau des Schöpfwerkes führen würde.
Mit großer Routine befischte Martin Purps drei Abschnitte des Sielzuges mit einer Gesamtlänge von ca. 500 m.




Dass der Sielzug keine Abwasserrinne, sondern ein interessanter Lebensraum für viele Fischarten ist, konnten die Teilnehmer schon direkt am Schöpfwerk sehen. Neben einem Aal hatte Purps sofort mehrere kleine Hechte, viele Rotaugen und Barsche sowie einige Moderlieschen im Kescher. Später kamen große Brassen und viele hervorragend abgewachsene Schleien hinzu.
Mehrere neunstachelige Stichlinge und einen einsömmerigen Karpfen konnte Bernd Stuck ebenfalls in seine Fangliste eintragen. Den eigentlichen Sensationsfang stellte jedoch ein dreistacheliger Stichling dar, der hier hinter dem Schöpfwerk eigentlich gar nicht leben dürfte. Mit einem Fang von 645 Individueen, die 10 verschiedenen Fischarten zugeordnet werden konnten, wurde eindrucksvoll gezeigt, warum die Initiative für einen intensiven Fischschutz gerade in Koldenbüttel sinvoll ist.

Ãœbrigens:
Es gibt erste Anzeichen dafür, dass das Schöpfwerk Katingsiel mit einer Fischschutzvorrichtung auf den neuesten technischen Stand gebracht werden könnte. Ein Gespräch zwischen der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises, dem Deich- und Hauptsielverband Eiderstedt und dem KAV NF ist bereits geführt worden. Der Kreisanglerverband hat an einer Ideenskizze für Katingsiel mitgearbeitet.