Das Artenschutzprogramm für Bach- und Meerforelle

Bach- und Meerforellen hat es in den nordfriesischen Gewässersystemen mit Zugang zur Nordsee schon immer gegeben.

Aus den 30-iger Jahren des letzten Jahrhunderts sind Aufkommen von guten Bach- und Meerforellenbeständen im Gewässersystem der Lecker Au bekannt. Zu dieser Zeit gab es auch noch ausreichende Laichmöglichkeiten innerhalb der mäandrierenden Gewässerläufe. Diese Situation hat sich leider in den darauf folgenden Jahrzehnten dramatisch verschlechtert. Der letzte große Eingriff in die Existenz von Bach- und Meerforellenbestände in der Lecker Au und ihrer Nebengewässer ist verbunden mit den großen Begradigungen der Fließgewässersysteme im sog. Programm Nord der 50-iger Jahre des letzten Jahrhunderts. Seitdem muss man unsere Fließgewässer eher als Abflussrinnen denn als natürlich mäandrierende Fließwasser bezeichnen. Seit 1956 sind insbesondere der SFV Leck und die nördlichen Angelvereine im Kreisgebiet bemüht, die eingetretenen Verschlechterungen bei unseren heimischen Salmoniden zu beheben. Durch gezielte Besatzmaßnahmen heimischer Bach- und Meerforellenstämme hat insbesondere der SFV Leck keine Mittel und Kosten gescheut, den Bestand nicht aussterben zu lassen.

Regelmäßiger Besatz im Gewässersystem der Lecker Au

Seit 1980 betreiben der SFV Leck und die SAV Bredstedt den regelmäßigen Elektrofischfang in den Monaten Oktober bis Januar. Dies dient zur Laichfischgewinnung von Bach- und Meerforellen, die in das Gewässersystem immer noch zum Ablaichen aufsteigen. Durch die enormen Gewässerveränderungen, als Folge von Begradigungen und intensiver Gewässerunterhaltung finden die laichbereiten Fische keine Möglichkeiten mehr, um natürliche Laich- und Kiesbetten zur Eiablage aufzusuchen. Deshalb werden die Tiere auf diese Art und Weise gefangen, der Laich entnommen und nach der Befruchtung in der Fischbrutanstalt in Altmühlendorf ausgebrütet. Die gefangenen Fische werden anschließend schonend und behutsam wieder in ihr Element gesetzt, in der Hoffnung, dass sie im nächsten Jahr wiederkehren. In all den Jahren wurden jährlich zwischen 10.000 und 50.000 Bachforellenbrütlinge und 10.000 bis 60.000 Meerforellenbrütlinge in das Gewässersystem der Lecker Au ausgebracht. Nicht zuletzt auch durch die Unterstützung des Landessportfischerverbandes Schleswig-Holstein sind diese Maßnahmen möglich gewesen. Das Gewässersystem wird weiterhin durch unsere nördlichen Vereine ehrenamtlich betreut, chemische Gewässerproben entnommen und die Gewässerqualität dabei erfasst.

Was haben diese Maßnahmen gebracht ?

Unseren Vereinen ist es gelungen, die vom Aussterben bedrohten Meerforellenbestände in der Lecker Au zu erhalten, aber auch der heimische Bachforellenbestand konnte auf diese Art und Weise bisher überleben. Darüberhinaus ist es besonders dem Wasser- und Bodenverband Holt-Lütjenhorn-Medelby zu verdanken, dass dem ehrenamtlichen Engagement unserer Vereine große Beachtung geschenkt wird. Durch erste Renaturierungsmaßnahmen, so z.B. der Langwatt, sind wieder natürlich mäandrierende Gewässer entstanden sind.

Was muss noch getan werden oder wie sieht die Zukunft von Bach- und Meerforelle aus ?

Nur im Zusammenwirken mit den organisierten Angelvereinen und den zur Gewässerunterhaltung verpflichteten Wasser- und Bodenverbänden gemeinsam kann der Lebensraum für diese prächtigen Salmoniden weiterhin verbessert werden. Dabei sollte über eine alternative Gewässerunterhaltung nachgedacht werden und auch andere Möglichkeiten der Unterhaltung zum Einsatz kommen dürfen. Das Anlegen von Kies- und Laichbetten, sowie das Einbringen von Störsteinen und Totholz in die Lecker Au und in ihre Nebengewässer sollte kontinuierlich betrieben werden. Diffuse Einleitungen, aber auch sog. Direkteinleitungen von Schmutz- und Oberflächenwasser sollten, gerade im Zeichen der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie, unterbunden werden. Insgesamt müssen hier intelligentere Lösungen gefunden werden.

 

Wer mehr zu diesem Themenbereich erfahren möchte, sollte diesbezüglich mit dem SFV Leck in Kontakt treten.